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Tipps vom Team

November-Tipps

- DVD-Tipp von Lies Meyer

Die göttliche Ordnung

„Die göttliche Ordnung“ DVD

Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die 1971 mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem beschaulichen Schweizer Dorf lebt. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren. Der Dorf- und Familienfrieden kommt jedoch gehörig ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen...

„Die göttliche Ordnung“ ist der erste Spielfilm über das Schweizer Frauenstimmrecht und dessen späte nationale Einführung 1971. Drehbuchautorin und Regisseurin Petra Volpe („Traumland“, Drehbuch von „Heidi“) nimmt das Publikum mit auf eine emotionale Reise in die ländliche Schweiz der 70er Jahre und diese bahnbrechende Zeit. „Die göttliche Ordnung“ setzt all den Menschen ein Denkmal, die damals für gleiche politische Rechte gekämpft haben, sowie all jenen, die sich auch heute für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung engagieren.

Mein Tipp: Ein Stück Schweizer Geschichte, zur absurd späten Einführung des Frauenstimmrechts. Aber besser spät, als nie.

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- Lesetipps von Susan Ricklin

Underground Railroad: Roman

"Underground Railroad" von Colson Whitehead                                                                               

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit?

Die Underground Railroad war vom Ende des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein Fluchtnetzwerk für entlaufene Sklaven von den Südstaaten der USA in den Norden. Es bestand aus geheimen Routen und sicheren Häusern, vielen helfenden Händen, die dabei ihr Leben riskierten. Benutzt wurden als Code Eisenbahnbegriffe wie Station, Schaffner, Gepäck, Passagiere… Colin Whitehead benutzt den Begriff Underground Railroad im Roman im wörtlichen Sinn. Es handelt sich tatsächlich um eine unterirdische Eisenbahnlinie mit verschiedenen Bahnstationen und Stationsvorstehern, zwischen denen Züge nach geheimen Absprachen verkehren.

Mein Tipp: Die Idee Whiteheads, eine so tragische Realität der Menschheitsgeschichte mit Fiktion in seinem Roman zu verbinden, finde ich gewagt, aber auch mutig. Meines Erachtens nimmt er so der unglaublichen Grausamkeit ein wenig an Dramatik, womit sich das düsterste Kapitel  in Amerikas Geschichte ein bisschen wie ein Abenteuerroadmovie lesen lässt. Dies könnte für  den einen oder anderen Leser Anlass zu Kritik sein. Wenn man sich dessen aber bewusst ist, wird einen dieser Roman, der den Pulitzerpreis 2017 zu Recht bekommen hat, nicht loslassen. Colson Whitehead hat ein beachtliches und aussergewöhnliches Buch zum bis heute hochaktuellen Thema Rassismus geschrieben. Und dies aus der Sicht der Opfer.  Unbedingt lesenswert und wichtig für das Verständnis der Rassenproblematik in den heutigen USA.

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Pusteblumentage

"Pusteblumentage" von Rebecca Westcott                                                                                         

Bereits der Einstieg ins Buch ist heftig: Wir erfahren, dass Liv einen geliebten Menschen verloren hat und dass sie nun vor einem Scherbenhaufen sitzt. Wie kam es dazu?  Obwohl das Zusammenleben mit einem autistischen Bruder eine Herausforderung ist,  führt die 12-Jährige ein ganz normales Teenagerleben: Sie geht in die High School, hat eine beste Freundin, schwärmt für einen Klassenkameraden, interessiert sich für Fotografie. Doch dann wird ihre Mutter, mit der sie ein wunderbares Verhältnis hat, krank und das glückliche Leben zerbricht. Die einzelnen Kapitel  führen uns in einer Art Countdown an das Unvermeidliche heran.

Mein Tipp: "Pusteblumentage" ist ein ergreifender Jugendroman, der aus der Sicht der zwölfjährigen Liv ein schweres Schicksal schildert. Trotzdem bleibt die Grundstimmung irgendwie positiv. Westcott ist es auf berührende Weise gelungen, junge Menschen mit dem Thema Verlust und Tod, aber auch mit Asperger in der Familie zu konfrontieren.  Ein bezauberndes Leseerlebnis, das nicht nur dem angestrebten Zielpublikum (10-13 Jahre) gerecht wird, sondern durchaus auch ältere LeserInnen anspricht. Ich habe die 200 Seiten in einem Zug gelesen und nicht nur am Schluss nasse Augen gehabt.

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- Hörbuchtipp von Vreni Bolt

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge: 7 CDs

"Mister Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" von Ruth Hogan

Anthony Peardews sammelt Verlorenes und archiviert alles sorgfältig zuhause. Dies hauptsächlich deshalb, weil er selber einmal etwas ganz Wichtiges verloren hat. Sein Ziel ist es, all diese eigentlich wertlosen Kleinigkeiten ihren Besitzern zurückzugeben und er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einzulösen.

Die Zeit läuft ihm allerdings davon und seine Haushälterin Laura tritt seine Nachfolge an. Ein schönes Erbe aber eine ganz schwierige Aufgabe, die sie nur mit Hilfe des Gärtners und eines geistig behinderten Nachbarmädchens lösen kann.

Durch all diese Fundgegenstände kommen ganz viele Lebensschicksale zutage. Die Autorin fasst dies so zusammen: "Wir warten alle darauf, gefunden zu werden..." Sie ist selber eine begeisterte Sammlerin von Fundgegenständen und kam durch einen schweren Autounfall und eine Krebserkrankung zum Schreiben. Dieser Roman über das Finden von Dingen und Geschichten ist ihr erstes Werk.

Mein Tipp: Die schöne Geschichte wird vom Deutschen Theater- und Filmschauspieler sowie Hörbuch- und Synchronsprecher Rufus Beck (vielen bekannt als Sprecher der Harry Potter - Hörbücher) gekonnt und wohltuend vorgetragen.

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- Lesetipp von Susanne Gambon

Die Geschichte der getrennten Wege: Band 3 der Neapolitanischen Saga (Erwachsenenjahre) (Neapolitanische Saga)

 
"Die Geschichte der getrennten Wege" von Elena Ferrante
Band 3 der Neapolitanischen Saga. Erwachsenenjahre

Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen - den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen - und arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Fabrik. Elena hat ihr altes neapolitanisches Viertel hinter sich gelassen, das Studium beendet und ihren ersten Roman veröffentlicht. Als sie in eine angesehene norditalienische Familie einheiratet und ihrerseits ein Kind bekommt, hält sie ihren gesellschaftlichen Aufstieg für vollendet. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie ständig an Grenzen gerät.

Ganze Welten trennen die Freundinnen, doch gerade in diesen schwierigen Jahren sind sie füreinander da, die Nähe, die sie verbindet, scheint unverbrüchlich. Würde da nur nicht die langjährige Konkurrenz um einen bestimmten Mann immer deutlicher zutage treten.

Mein Tipp: Auch im dritten Band der neapolitanischen Saga beschreibt die Autorin wieder grossartig die beiden unterschiedlichen Leben der Freundinnen Elena und Lila. Das Buch umschreibt Freundschaft, Herkunft, Heimat und die politische Situation Italiens in den 70er Jahren auf interessante Weise. Mich hat auch dieses Buch wieder gefesselt und die Vorfreude auf Band 4 "Die Geschichte des verlorenen Kindes" bleibt also bestehen. Jetzt ist wieder Geduld gefragt, denn nach diesem Schluss möchte man unbedingt wissen, wie die Geschichte zu Ende geht.

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- Lesetipp von Ursula Lange

Losfahren: A Saudi Woman's Awakening

„Losfahren“ von Manal al-Sharif

In Saudi-Arabien ist es Frauen noch bis Mai 2018 verboten, ein Auto zu lenken. Ein Gesetz gibt es nicht, nicht einmal eine religiöse Begründung. Es ist eine Frage der Macht in einer von Männern dominierten Gesellschaft, in der die Frauen weitgehend rechtlos sind.

In „Losfahren“ erzählt Manal al-Sharif, wie sie sich über das Verbot,  Auto zu fahren, hinwegsetzt und dafür mit neun Tagen Gefängnis büssen muss. Mit ihrer Aktion, die sie mit dem Handy filmen lässt und ins Netz stellt, setzt sie eine Frauenbewegung in Gang,  die schliesslich die Aufhebung des Verbotes bewirkt. Es geht jedoch in diesem Buch um viel mehr als Autofahren. Es ist ein Buch, das tiefe Einblicke in den streng geregelten Alltag einer saudischen Familie gibt. Offen und eindringlich schildert Manal al-Sharif ihre Kindheit und Jugend, in der sie auf dem Weg war, eine vom Salafismus beeinflusste radikale Muslima zu werden. Den Ausschlag für ihre endgültige Abwendung vom Salafismus gaben die Anschläge des 9. September 2001, die fast ausschliesslich von saudischen Männern verübt wurden.

Manal al-Sharif gilt als eine der wichtigsten Vorkämpferinnen für Frauenrechte in der islamischen Welt. Ihre Lebensgeschichte ist ein Dokument der Unterdrückung und der Befreiung.


Mein Tipp: „Losfahren“ ist ein Buch, das mich sehr beschäftigt hat und immer noch beschäftigt. Für uns Frauen in der Schweiz gelten heute viele Rechte als selbstverständlich. Aber: bis 1971 hatten wir Frauen noch kein Stimm- und Wahlrecht. (Frauenstimmrecht im Kanton Appenzell Innerrhoden: ab 27.11.1990!) Eine verheiratete Frau konnte bis 1988 (!) ohne Zustimmung des Ehemannes keiner Berufstätigkeit nachgehen (siehe DVD-Tipp von Lies Meyer "Die göttliche Ordnung).

Die Unterdrückung der Frau ist leider auch heute noch in weiten Teilen der Welt ein trauriges Thema.

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- Lesetipp von Brigitte Locher

Die Jugend ist ein fremdes Land

„Die Jugend ist ein fremdes Land“ von Alain Claude Sulzer

„Dies ist weder ein Roman noch eine Autobiografie. Das Buch hat weder Anfang noch Ende, denn an den Anfang erinnere ich mich nicht und das Ende ist mir unbekannt.“ schreibt der Autor. Es setzt sich aus einzelnen Puzzleteilchen, Erinnerungen, zusammen. Jede kleine Geschichte ist in sich geschlossen. Dies alles ist nicht chronologisch aufgeführt und auch mit Unterbrüchen geschrieben worden, wie Herr Suter in der Sendung „52 beste Bücher“ von Radio SRF 2 berichtet. Er habe bei Lesungen immer wieder 1 – 2 Geschichten eingeflochten und bemerkt, wie gut sie beim Publikum ankamen (so auch in Richterswil).

Mein Tipp: Das Buch löst bei mir „genau so war es“-Momente aus, also ist es ein Zeitdokument der 60er und 70er Jahre. Mir gefällt die Schreibweise des Verfassers, nicht alles bis ins kleinste Detail in seine Bücher zu packen, sondern genau so viel wie es braucht, um auch eigene Schlüsse daraus zu ziehen.

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Oktober-Tipps

- Lesetipps von Susan Ricklin

Schockfrost

"Schockfrost" von Mitra Devi und Petra Ivanov                                                                                   

Die alleinerziehende Psychiaterin Sarah Marten hat ihr Leben im Griff. Sie führt eine eigene Praxis und pflegt an den Wochenenden ihre schwerbehinderte Schwester Rebekka. Als sie den Künstler Till kennenlernt, ist Sarahs Glück perfekt. Doch dann stürzt sie die Treppe hinunter. Auf einmal leidet sie unter Sehstörungen und Gedächtnislücken. Spätfolgen der Gehirnerschütterung? Sarahs Exmann, ebenfalls Psychiater, zweifelt an ihren beruflichen Fähigkeiten. Ein schizophrener Patient behauptet, sie befände sich in Lebensgefahr. Und Rebekkas Körper ist von blauen Flecken übersät. Hat Sarah ihre Schwester misshandelt, ohne sich daran zu erinnern? Da entwickelt Till seltsame Krankheitssymptome. Und Sarahs 15-jähriger Sohn verschwindet. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Mein Tipp: Seit langer Zeit war dies wieder der erste Krimi, den ich gelesen habe. Das Gemeinschaftswerk der beiden Schweizer Königinnen des Genres konnte ich mir keinesfalls entgehen lassen. Und die Lektüre hat sich definitiv gelohnt: superspannend, raffiniert, mit Lokalkolorit und auch noch wie gewohnt gut geschrieben. Ein Psychothriller, der den beiden Krimi-Königinnen gerecht wird. Vielleicht ein bisschen allzu dick aufgetragen, aber ist das nicht ein Charakteristika des Psychothrillers?

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Hundert Stunden Nacht

"Hundert Stunden Nacht" von Anna Woltz, Jugendbuch                                                                                     

Emilia ist durchgebrannt und hat sich mit der Kreditkarte ihres Vaters einen Flug nach Amerika und ein Apartment in New York gebucht. So versucht sie, der üblen Hetzerei auf Twitter im Zusammenhang mit einem Vergehen ihres Vaters zu entkommen. Das vermeintliche Apartment gibt es allerdings nicht und Emilia steht nachts alleine in dem riesengrossen und fremden New York. Mit im Gepäck hat sie ihre Neurosen, die sich als Panikattacken und Zwänge äussern. Keine gute Kombination, wenn man als einzige Übernachtungsmöglichkeit eine verdreckte Matratze bei einem besoffenen Jugendlichen zur Wahl hat, der sich fast den Finger abgeschnitten hat und stark blutet. Die Situation spitzt sich zu, die Behörden warnen vor Wirbelsturm Sandy. Während Sandy New York verwüstet und ganze Stadtteile von der Aussenwelt abschirmt, sind die beiden bei Seth und Abby untergekommen, die selbst auch ein schweres Schicksal zu meistern haben.

Mein Tipp: Aus der Sicht eines Erwachsenen ist die Story doch recht unrealistisch. Wenn ich den Fokus allerdings nicht auf Authentizität lege, gefällt mir, dass verschiedene, teils ungewöhnliche Themen angesprochen werden und zum Nachdenken anregen. So z.B. Internet-Mobbing, Neurosen (Emilia hat panische Angst vor Bakterien und das ständige Bedürfnis, sich zu waschen), Verhältnis Lehrer/Schülerin (Vater verliebt sich in attraktive Schülerin, die sich dadurch bessere Noten erhofft),  Selbstmord in der Familie, Alkoholismus, erste Liebe usw. Alle Charaktere haben mit ihren jungen Jahren ihr Päckchen zu tragen und alle haben mit kleineren oder grösseren Problemen in der Phase des Erwachsenwerdens zu kämpfen. Die Autorin beschreibt ihre Entwicklung und lässt sie eine Lösung für ihren Lebensweg finden.  So kann sich Emilia am Ende von ihren nicht unkomplizierten Eltern abgrenzen. Damit erweist sich das wirkliche Leben im Ausnahmezustand erfolgreicher als ihre bisherige Psychotherapie.  Für Jugendliche ab 14.

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- Hörbuchtipp von Vreni Bolt

Gray: Kriminalroman

„Gray“ von Leonie Swann, Hörbuch

An der berühmten Universität von Cambridge ist ein Student in den Tod gestürzt. Dozent Dr. Augustus Huff vermutet, dass es Mord und kein Unfall war. Er macht sich, unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen, auf die Suche nach dem Täter. Dr. Huff begreift schon bald, dass sich diese harte Nuss von einem Fall nur mit Hilfe des Papageien knacken lässt und die beiden entwickeln sich zu einem ganz guten Detektiv-Team.

Mein Tipp: Eine spannende, über weite Teile amüsante Geschichte, in welcher man den Papageien Gray ins Herz schliesst. Zum Teil etwas konstruiert und langfädig, es lohnt sich aber, bis zum Schluss durchzuhalten. Angenehm gelesen von Bjarne Mädel.

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- Lesetipp von Ursula Lange

Mein unglaubliches Leben mit einem Mann, der sein Gedächtnis verlor...

„Mein unglaubliches Leben mit einem Mann, der sein Gedächtnis verlor“ von Ute Jäger

Im Alter von 25 Jahren erleidet Theo Jäger eine massive Gehirnblutung, die nur einer von 10.000 überlebt. Seine Ehefrau Ute glaubt: Theo wird dieser eine sein.

Tatsächlich erwacht er aus dem Koma, lernt wieder laufen, lesen, schreiben, rechnen - doch sein Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht. Fortan ist Theos Leben eine Sammlung chaotischer, brisanter und unglaublicher Situationen.

Ute glaubt 25 Jahre lang unbeirrbar an die Heilung ihres Mannes. Theo lebt in dieser Zeit in seiner wirren Welt, die es zu entwirren gilt. Alle paar Minuten neu…

Mein Tipp: Diese wahre Geschichte wird abwechselnd von Ute und Theo erzählt. Es ist ein sehr persönliches Buch, das zum Denken anregt. Mich hat die Geschichte sehr beschäftigt. Es ist ein Buch über Krankheit, Verzweiflung, Vertrauen und Liebe. Ein starkes Buch!

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- Lesetipp von Brigitte Locher

Amandas Suche: Roman

„Amandas Suche“ von Isabel Allende

Amanda, ein aufgewecktes, aber auch eigensinniges junges Mädchen, stellt zusammen mit ihren Internet-Freunden aus der ganzen Welt Nachforschungen über einen Serienmörder an. Unterstützt werden sie von Amandas Grossvater. Aber auch ihr Vater, Chef des Polizeidezernats San Francisco liefert unbewusst wichtige Details. Die ganze Sache eskaliert als ihre Mutter, eine Spezialistin für Aromatherapie und Reiki, entführt wird.

Mein Tipp: Bedingt durch unseren Umbau und den damit verbundenen leeren „Neuheiten“-Gestellen, war auch ich gezwungen, wieder einmal auf die „alten“ Bücher zurückzugreifen. Es lag auf der Hand, dass Isabel Allendes 2014 erschienenes Werk, dank ihrem Nachnamen und der Garantie für gute Unterhaltung, bald mein Interesse geweckt hatte. Ich habe es nicht bereut. Eigentlich gehört ein oranger Punkt auf dieses Buch. Es ist unheimlich spannend aufgebaut und Frau Allende versteht es, verschiedene Charaktere treffend darzustellen. LeserInnen mit schwachen Nerven seien gewarnt und Krimi-Freunde können sich freuen. wink

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- DVD-Tipp von Lies Meyer

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

"Hidden Figures - unbekannte Heldinnen", DVD

Es ist die bisher noch nicht erzählte, unglaubliche Geschichte von Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughn (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Mone). Eine leidenschaftliche Hommage an drei herausragende afroamerikanische Frauen, die zu Beginn der sechziger Jahre bei der NASA arbeiten und an vorderster Front an einem der wichtigsten Ereignisse der jüngeren Zeitgeschichte beteiligt sind. Die brillanten Mathematikerinnen sind Teil jenes Teams, das dem ersten US- Astronauten John Glenn die Erdumrundung ermöglicht. Eine atemberaubende Leistung, die der amerikanischen Nation neues Selbstbewusstsein gibt, den Wettlauf ins All neu definiert und die Welt aufrüttelt. Dabei kämpft das visionäre Trio um die Überwindung der Geschlechter- und Rassengrenzen und ist eine Inspiration für kommende Generationen, an ihren großen Träumen festzuhalten.

Mein Tipp: Tatsächlich ist dies aber nicht nur wegen der Geschichte auf der Leinwand ein Ausnahmefilm. Eine von einem grossen Studio verantwortete Mainstreamproduktion, in der ausschliesslich Frauen im Mittelpunkt stehen? Noch dazu schwarze Frauen? So etwas ist selbst im Jahr 2017 ungewöhnlich in Hollywood.

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September-Tipps

- Hörbuchtipp von Vreni Bolt

Di schöni Fanny: Musik: Christian Brantschen

„Di schöni Fanny“ von Pedro Lenz, Pianobegleitung: Christian Brantschen

Wie ein Blitzschlag trifft es den Möchtegern-Schriftsteller und Wettkönig Jackpot, als er ihr zum ersten Mal begegnet: Die schöne junge Frau aus Zofingen geniesst das Leben in scheinbar kindlicher Natürlichkeit und Naivität und ist ganz bei sich. Was aber wissen seine lebenserfahrenen Künstlerfreunde Louis und Grunz, die mit ihm die kleinen Freuden des Alltags geniessen,  über Fanny, die den beiden Malern Modell steht, ihnen allen den Kopf zu verdrehen scheint und die Männerfreundschaft gefährdet?

Jackpot macht uns vertraut mit Oltens Künstlerszene (Schriftstellern, Malern und Musikern), lässt uns aber auch teilhaben an seinen Wort- und Gedankenspielereien zu den ganz banalen Beobachtungen und Geschehnissen des Alltags. Zwar lässt sich die schöne Fanny nicht wirklich festhalten und besitzen, aber er geniesst die Momente mit ihr: „Ihres Strahle isch aasteckend gsi und i ha ddänkt, dass ds Läbe mängisch, wenigschtens für ne churze Momänt, genau eso isch, wis sött si, nämlech sehr guet.““.

Mein Tipp: Eine schöne Geschichte mit geballter Ladung Lebensphilosophie und Menschenkenntnis, von Pedro Lenz selbst wunderbar in Dialekt erzählt und mit  musikalischen Einlagen stimmig untermalt.

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- Lesetipp von Ursula Lange

Was man von hier aus sehen kann: Roman

„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky


Selma kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
Es ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

Mein Tipp: Für mich ist dieses Buch die Perle für das Jahr 2017! Ich habe eine Rezension gefunden, die ich weitergeben möchte:

„Man möchte Satz um Satz festhalten und nicht mehr loslassen. Was für eine wunderbare Sprache, präzise und lyrisch in einer ungewöhnlichen Kombination. Gibt es zum Beispiel ein schwärzeres, grausameres Schwarz als das Wort „kranzschleifenschwarz“, so endgültig und tief. Oder wer hätte nicht sofort ein Bild vor Augen, wenn Teppichfliesen wie Rauhaardackelfell beschrieben werden. Ich bin fasziniert von der Autorin und ihrer großartigen Gabe, mit Wörtern zu jonglieren und uns dabei wie mit einer überaus scharf geschliffenen Brille eine prismengenaue, dabei aber unendlich tolerante Sicht auf die Welt, auf die Menschen, auf all die alltäglichen Merkwürdigkeiten um uns herum zu gewähren. Und dies nicht mit einer drögen Ernsthaftigkeit, sondern mit einer gelassenen Heiterkeit. Meisterhaft!“

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- Lesetipp von Brigitte Locher

Talwasser: Roman

„Talwasser“ von Beat Hüppin

Der Schwyzer Kantonsschullehrer schildert das Leben einer Bauernfamilie. Das Wägital ist ihre Heimat und dort wird 1917 eine Staumauer errichtet und die ganze Ebene geflutet. Neben der Entstehungsgeschichte der damals weltgrössten Gewichtsstaumauer, sind wir Zeugen der einschneidenden Folgen für die Bevölkerung. Die Familie Dobler siedelt in die Linthebene um und erfährt die Vorteile einer Landwirtschaft in der Ebene. Das Heimweh nach Innerthal verlässt sie jedoch nie und alle wichtigen Festlichkeiten werden dort oben abgehalten.

Mein Tipp: Die ersten paar Seiten musste ich mich zuerst auf die innerschwyzer Sprachfetzen einstellen, die in bewusst eingeschleusten Begriffen festgehalten werden. Doch schon bald realisierte ich, dass ich es nicht mit einem Werk der schnulzigen Heimatromane zu tun hatte. Die sehr genaue Sprache des Autors ist gewährleistet durch den Umstand, dass Herr Hüppin auch das Sachbuch „Dummdeutsch-Blogg, der ganz alltägliche Sprachwahnsinn“ geschrieben hat (auch in unserer Bibliothek vorhanden). Der historische Hintergrund der Geschichte hat mich gefesselt, weil ich sicher war, dass der Schriftsteller gut recherchiert hat. Band 2 der Geschichte „Asphalt“ habe ich auch schon erworben und er schildert den Fortgang des Bauernlebens. Es ist kaum zu glauben, aber genau durch das Grundstück der Familie Dobler ist in den 1970er Jahren die Autobahn N3 geplant!

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- DVD-Tipp von Lies Meyer

„Lion“ DVD

Als der 5-jährige indische Junge Saroo am Bahnhof in einen Zug einsteigt, ahnt er nicht, dass dies sein Leben für immer verändert. Plötzlich findet er sich alleine - weit von seiner Familie entfernt - in der rauen Grossstadt Kalkutta wieder. 20 Jahre lang hat Saroo seine Vergangenheit zu vergessen versucht, aber der Drang, die Fäden seiner Kindheit in Indien wieder aufzunehmen, ist stärker. Bloss, wie lässt sich die sprichwörtliche "Nadel im Heuhaufen" finden?

Mein Tipp: Vor allem die bestechenden Darsteller-Leistungen und die, teils Beklemmung hervorrufende Bildsprache, machen "Lion" zu einem aussergewöhnlichen Film.

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- Lesetipps von Susan Ricklin

Und was hat das mit mir zu tun?: Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie

"Und was hat das mit mir zu tun?" von Sacha Batthyany                                                               

Sacha Batthyanys Grosstante war in eines der schrecklichsten Nazi-Verbrechen verwickelt. Als er ihre Geschichte aufschreibt, stösst er auf ein altes Familiengeheimnis. Er beginnt nach Antworten zu suchen auf die Frage, inwieweit vorangegangene Generationen unsere Art zu leben prägen. Seine Reise führt ihn ins alte Ungarn, ins Oesterreich der Nachkriegszeit, in die Schweiz der Gegenwart, in die Lager des Gulag nach Sibirien und ins Wohnzimmer einer Auschwitz-Ueberlebenden in Buenos Aires. Und auch auf die Couch eines Psychoanalytikers.

Mein Tipp: Der in der Schweiz aufgewachsene Autor erzählt eine packende Familiengeschichte. Einerseits behandelt er den Stoff als Journalist, in dem er Fakten zusammenträgt, gleichzeitig geht es aber auch immer um ihn selbst als handelnde Person und um Ermitttlungen in eigener Sache. Im Zentrum steht der Mensch in all seiner Unzulänglichkeit, aber auch in seinen authentischen Bemühungen, sich äusseren und inneren Herausforderungen zu stellen und ihnen gerecht zu werden. Mich hat die Thematik, der er sich annimmt, sehr berührt. Der persönliche Zugang und seine Ehrlichkeit, die viel sehr Persönliches über Batthyany preisgibt, lassen die Gefühle des Kriegsenkels glaubwürdig erscheinen. Als Enkelin eines im Krieg Gefallenen und als Nachkomme vieler kriegsgeschädigter Vorfahren bin auch ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, inwiefern mich diese Geschichten geformt haben. Meine Empfehlung.

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Pferd, Pferd, Tiger, Tiger

"Pferd Pferd Tiger Tiger" von Mette Eike Neerlin                                                                                            

Lebe lieber ungewöhnlich! Das Leben der 15-jährigen Honey ist mit ihrer skurril-chaotischen Familie schon kompliziert genug. Auf alles und jeden nimmt sie Rücksicht: auf ihre gestresste Mutter, die gehandicapte Schwester, den von der Familie getrennt lebenden Vater. Daher bemüht sie sich, möglichst wenig aufzufallen und widerspricht so gut wie nie. Das führt zwar zu einigen Missverständnissen und Problemen, aber auch zu einer ganz besonderen Freundschaft mit dem krebskranken Marcel. Durch ihn findet Honey zu ihrer eigenen Stimme und ins Leben hinein.

Mein Tipp: Ein total origineller Roman zu einem ehrlichen und humorvollen Umgang mit den Themen Liebe und Tod - witzig und weise geschrieben! Ein kleines, aber herausragendes Werk, welches mich zutiefst berührt hat und welches nicht nur junge Menschen ab 12 anspricht.

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August-Tipps

- Lesetipp von Vreni Bolt

Gott, hilf dem Kind

„Gott, hilf dem Kind“ von Toni Morrison

Das schwarze Baby Lula Ann erfährt wegen seiner tiefschwarzen Farbe nur Ablehnung. Der Vater verlässt die Familie, weil er das Kind nicht als seines ansieht, die Mutter lehrt dem Kind Unterwürfigkeit und Gehorsam,  eher lieblos und in ständiger Angst vor rassistischen Angriffen. Die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen diese Angepasstheit, sie ändert ihren Namen, kleidet sich provokant weiss, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit.

Eine tragische, ergreifende Geschichte über starke Frauen, Rassenkonflikt, Kindsmissbrauch, Menschenwürde und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.

Mein Tipp: Ein packendes, schön geschriebenes, Buch, das in seiner Direktheit irritiert, aber zum Nachdenken anregt. Auch als Hörbuch zu empfehlen!

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- Lesetipp von Ursula Lange

bleiben: Roman

„bleiben“ von Judith W. Taschler

Es ist eine kurze, zufällige Begegnung auf der Reise nach Italien: Max, Paul, Felix und Juliane – vier junge Leute, voller Träume für die Zukunft, treffen im Nachtzug nach Rom aufeinander.
Juliane und Paul werden heiraten, Max und Felix sich auf eine Weltreise begeben.
Nach zwanzig Jahren trifft Juliane Felix zufällig in einer Galerie wieder und die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die er jedoch ohne jede Erklärung abbricht. Erst Monate später erfährt Juliane - ausgerechnet von ihrem Mann - den Grund…

Mein Tipp: Taschler lässt pro Kapitel jeweils einen ihrer vier Protagonisten in der Ich-Form zu einem uns unbekannten Gesprächspartner sprechen. Jeder erzählt einen Teil seiner Lebensgeschichte. Es geht um Freundschaft, Liebe, Leidenschaft, Loyalität, Schuld, Heimat und Tod. Und immer wieder geht ums „Bleiben“. Bleiben an einem Ort, bei einem Menschen, auf dieser Welt. Für mich ein wunderbares Buch!

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- Lesetipp von Brigitte Locher

Die Unverbesserlichen: Roman

„Die Unverbesserlichen“  von Silvio Blatter

Wir befinden uns in Oberglatt, also in unmittelbarer Nähe des Flughafens. Jonas betreibt eine „Sportbar“ mit dem Namen Tangente und ist völlig zufrieden mit seinem Leben. Seine Lebenspartnerin, sein Vater, seine Freunde und Fussball bedeuten ihm alles. Ellis dagegen hadert mit ihrem Job in der Baubranche und fühlt sich als Frau in der Firmen-Hierarchie übergangen. Ihre Unzufriedenheit trübt die Beziehung und als sie eine neue Karriere beginnt, kommt auch Jonas ins Grübeln.

Mein Tipp: Die Geschichte wird leichtfüssig und unterhaltsam erzählt. „Scheinbar beiläufig fügen sich kleine und grosse Weisheiten in den Erzählstrang“ - meint die Berner Zeitung. Hier eine Kostprobe: „Die Vergangenheit kannst Du nicht reparieren aber die Gegenwart hat Schrauben, an denen Du drehen kannst“. Mir sind auch die schlechten Rezensionen bekannt. Aber da ich nicht immer einer Meinung mit Herrn Ebel vom Tagi bin, kann ich damit getrost leben. wink

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- Lesetipp von Susan Ricklin

Das Leben wartet nicht

„Das Leben wartet nicht“ von Marco Balzano                                                                                  

Ninetto ist ein neunjähriger Junge, der in einem kleinen Dorf in Sizilien aufwächst. Aus Hunger wurde er zum Dieb, aber er hat das Glück, die Schule besuchen zu dürfen. Er liebt seinen Lehrer und ist ein wissbegieriger Schüler. Als seine Mutter nach einem Schlaganfall in ein Heim kommt, muss er mit seinem Vater zur Arbeit gehen und die Schule abbrechen. Als das Geld immer knapper wird, muss er dann mit einem Bekannten nach Mailand ziehen, um dort sein Geld zu verdienen. Er lebt im heruntergekommensten Gebäude in ganz Mailand und findet Anstellung als Auslieferer. Bereits mit knapp 15 Jahren heiratet er die gleichaltrige Maddalena. Mit 15 darf er auch in der Fabrik arbeiten. Eine stumpfsinnige Arbeit, die er über viele Jahrzehnte ausübt. Aus Eifersucht begeht er eine Dummheit und verbringt 10 Jahre im Gefängnis. Als er wieder heimkehrt, ist nichts mehr wie es war. Seine Frau hat zwar auf ihn gewartet, aber er hat keine Arbeit, seine Tochter lässt ihn seine Enkelin nicht kennenlernen und er fällt in eine tiefe Depression. Sein Traum ist es, der kleinen Lisa seine Geschichte zu erzählen.

Mein Tipp: Das Thema Kinderemigration in Italien um 1960 war für mich bisher unbekannt und die Erzählung hat mich zutiefst bewegt. Der Autor hat mit verschiedenen Betroffenen, die noch immer in Mailand und Umgebung leben, gesprochen und in wunderbarer Sprache aufgeschrieben, welch unfassbares Schicksal sie alle teilen. Eine melancholische, von Erinnerungen geprägte und zugleich wunderschöne Erzählung, die stark nachwirkt und trotz ihrer Schwere immer auch von Hoffnung geprägt ist.

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- Lesetipp von Susanne Gambon

Das Herzenhören (Die Burma-Serie, Band 1)

„Das Herzenhören“ von Jan-Philipp Sendker

Die Suche nach ihrem vermissten Vater führt Julia Win von New York nach Kalaw, einem malerischen, in den Bergen Burmas versteckten Dorf. Ein vierzig Jahre alter Liebesbrief ihres Vaters an eine unbekannte Frau hat sie an diesen magischen Ort geführt. Hier findet sie nicht nur einen Bruder, von dem sie nichts wusste, sondern stösst auch auf ein Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändert.

Mein Tipp: Ich habe das Buch schon vor längerer Zeit gelesen. Es kommt mir aber immer wieder in den Sinn, wenn ich an die besten Bücher denke, die ich gelesen habe. Deshalb möchte ich das Buch gerne empfehlen. Es ist eine etwas andere Liebesgeschichte, die aber jedes LeserHERZ gewinnen wird!

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Juli-Tipps: Da wir in der Bibliothek im Juli Sommerpause und Umbauphase haben, verzichten wir auf den Juli-Tipp.

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Wir wünschen Ihnen allen

einen schönen, sonnigen Sommer

und erholsame Sommerferien!

Ihr Bibliotheksteam

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Juni-Tipps

- Lesetipp von Ursula Lange

Kains Opfer: Kriminalroman (Rabbi-Klein-Krimis, Band 1)

„Kains Opfer“ von Alfred Bodenheimer - Zürich-Krimi

Als ein Mitglied seiner Gemeinde ermordet wird, ist Rabbi Klein bestürzt. Bald darauf bittet Kommissarin Bänziger von der Stadtpolizei Zürich ihn um die Übersetzung einiger hebräischer E-Mails des Toten. Sie ahnt nicht, dass es mit dem eigenwilligen Rabbi Klein nicht ganz einfach wird. Denn der macht sich Sorgen um seine Gemeinde. Als Klein die Rede zur Trauerfeier vorbereitet und über den Brudermord Kains nachdenkt, wird ihm klar, dass er wichtigen Hinweisen zum Verbrechen auf der Spur ist. Heimlich beginnt der sympathisch unperfekte Rabbi zu ermitteln ...

Mein Tipp: Es geht um ein Verbrechen im jüdischen Zürich. Bodenheimer ist es gelungen, Spannung, Unterhaltung, Humor und Religion miteinander zu verbinden. - Ein Muss für Fans des Zürich-Krimis!

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- Lesetipp von Brigitte Locher

Herr Schlau-Schlau wird erwachsen: Roman (Edition Periplaneta)

„Herr Schlau-Schlau wird erwachsen“ von Johann Krätschell

Hannes ist fassungslos: seine Eltern setzen ihn einfach so vor die Tür. Nach 35 Jahren unter einem Dach. Dabei hat er doch nie gestört. Im Gegenteil: er zahlt pünktlich seinen Mietanteil, wäscht seine Unterhosen selbst und hat nur ein Mal eine Frau mit nach Hause gebracht. Zwischen seinen viertausend Büchern, dem trockenen Rotwein aus Apulien und einem Sofa voller Kindheitserinnerungen war seine Welt bisher übersichtlich und in Ordnung.

Mein Tipp: Eigentlich ist uns dieses Buch schon von Manuela Hofstätter vorgestellt und ans Herz gelegt worden. Aber nachdem ich es nun gelesen habe, kann ich nicht anders, als dieses Kleinod dem Rest unserer Leserschaft, die den "Bücherfrühling" verpasst haben, wärmstens empfehlen. Ehrlich gesagt, ist der Titel in meinen Augen nicht gerade der Hammer. Was aber an Humor, an Wortspielereien, sowie charmanten und witzigen Episoden geboten wird, ist einmalig. Am Schluss wünscht man sich einen Nachbarn, wie den Hupe (Hugo-Peter). Dass der Autor seit seiner Geburt in Berlin-Pankow lebt und dieser Teil der Grossstadt auch als Skyline auf dem Buch-Cover festgehalten wird, ist selbstredend. Wer sich die "Berliner-Schnauze" von Hupe anhören will, bedient sich der beigelegten Hörspielfassung.

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- DVD-Tipp von Lies Meyer

Snowden

"Snowden", DVD

Verräter oder Held. Was trieb Edward Snowden dazu, geheime NSA-Dokumente zu veröffentlichen? War ihm bewusst, welchen Preis er dafür zahlen würde? Oscar-Preisträger Oliver Stone bringt mit SNOWDEN das Leben des kontrovers diskutierten Whistleblowers Edward Snowden auf die grosse Leinwand und zeigt den Menschen hinter dem Mythos, der mit seinen Enthüllungen der Welt die Augen öffnete, dafür aber seine Karriere und Heimat aufgeben musste. Es ist die Geschichte eines normalen Mannes, der es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, zu schweigen...

Mein Tipp: Ein Einblick in die Welt der Geheimdienste und ihrer skandalösen Überwachungsmethoden. Oliver Stone zeichnet nach, wie aus einem freiheitsliebenden Computerfreak ein Whistleblower wurde.

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- Lesetipps von Susan Ricklin

Schwesternwelten: Spuren und Schicksale auf zwei Kontinenten

"Schwesternwelten" von Hans Peter Treichler                                                                                 

Der abschliessende Band der Familiensaga rund um die "Löwenbraut" folgt den Lebensspuren von vier jungen Frauen durch das erste Drittel des 20. Jahrhunderts. Paula, Frieda und Milly, die jüngeren Schwestern von Susanne Meisser, alle geboren im Chur der 1880er-Jahre, haben eine Fülle von Briefen und anderen Lebenszeugnissen hinterlassen. Anhand dieser noch nie bearbeiteten Dokumente, aufbewahrt in einem Horgener Familienarchiv, lassen sich ihre Schicksale über Jahre hinweg verfolgen. In ihren Briefen zeichnet sich ein faszinierendes innerfamiliäres Beziehungsgeflecht ab, in dem sich Liebe und Abneigung, Anteilnahme und Ablehnung zwischen jungen Frauen mit unterschiedlichen Veranlagungen und Lebenszielen spiegeln. Trotz aller Unterschiede dominiert aber die immer spürbare Solidarität einer Generation, die den Schritt aus der beengten Atmosphäre einer vielköpfigen Churer Beamtenfamilie wagt und zwei der Schwestern bis in die Pionierwelt der kanadischen Wälder führt.

Mein Tipp: Wie schon in der "Löwenbraut" (Februar 2017) habe ich mich auch in diesem 3. Band der Familiensaga äusserst intensiv mit der Handlung und den Beziehungen, sowohl den interfamiliären als auch den weltgeschichtlichen Zusammenhängen, beschäftigt. Band 2 , der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in New York handelt, werde ich mir sehr gerne in den nächsten Ferien vornehmen. Herr Treichler hat mit seinem Werk ein unglaubliches Zeitdokument erschaffen und ich freue mich sehr auf seinen Auftritt in der Bibliothek am 20. Juni 2017.

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Sally Jones - Mord ohne Leiche

"Sally Jones - Mord ohne Leiche" von Jakob Wegelius                                                               

Im nächtlichen Hafen von Lissabon kommt es zu einem Handgemenge. Ein Mann stürzt ins Wasser. Seine Leiche wird nie gefunden. Doch der finnische Seemann Henry Koskela wird des Mordes angeklagt und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Sally Jones, Gorilladame und erster Maschinist, muss ihrem Freund helfen! Um seine Unschuld zu beweisen, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise um die halbe Welt, die sie aus den engen Gassen Lissabons bis nach Indien führt. Dabei begegnet sie einer wunderbaren Fadosängerin, einem finsteren Kommissar, einem freundlichen Friedhofswärter, einem launischen Maharadscha und einem dreihöckrigen Kamel.

Mein Tipp: Die Zielgruppe für dieses Buch ist etwas schwer zu bestimmen. Eigentlich ein krimimässig spannender Abenteuerroman im klassischen Stil für Kinder, in dem es um Freundschaft, Verrat, Träume und Sehnsüchte geht. Durch seine über 600 Seiten ist es aber wohl erst für Lesegeübte ab etwa 11 Jahren zu empfehlen. Ich würde deshalb sagen, "Sally Jones" ist ein wunderbares Vorlesebuch, bei dem sich Kinder ab 9 und Erwachsene gleichwohl amüsieren.

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- Hörbuchtipp von Vreni Bolt

Tschüss zäme!

"Tschüss zäme" von Achim Parterre

Der alte Ramseier wird am Samstagmorgen tot im Strassengraben gefunden. Bei Marie-Claire in der Dorfbeiz "Les Amis" treffen die Dorfbewohner aufeinander. Da ist Bernhard, einmal mehr auf Arbeitssuche, der bei Isenschmid eine Stelle als Weinverkäufer bekommen will. Da sind Liechti und Schärer von der Bauverwaltung, die auf dem Waldlehrpfad einen Hundehaufen finden. Dieser Fund könnte die Politikerlaufbahn von Gemeinderätin Isenschmid schädigen. Grossrat Monbaron entsorgt seinen Abfall illegal und Coiffeur Jean-Louis weiss alles über seine Kunden und erzählt (fast) nichts weiter.
Mein Tipp: Der Autor führt uns in seiner witzigen Dialektgeschichte - ein "Krimi", der nicht wirklich ein Krimi ist - in
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